Kleine Kneipe, große Bühne
stadtKLANG will Live-Musik fördern
Düsseldorf ist eine Musikerstadt - das wissen wir spätestens seit dem letzten Frühjahr, als Antenne Düsseldorf im Rahmen des Eurovision SongContests den lokalen Newcomer-Wettbewerb Tontalente durchgeführt hat. Jetzt möchten wir Ihnen die Kulturinitiative stadtKLANG vorstellen, deren Ziel es ist die Livemusik hier in der Stadt zu fördern.
"Livemusik und Düsseldorf passen hervoragend zusammen, leider hat man davon in der Vergangenheit recht wenig gemerkt", sagt Kyung-il Han. Der 30 jährige Musikproduzent ist Teil und Gründer der Kulturinitiative 'stadtKLANG'. Die Initiative versucht seit November 2011, Livemusik als Leitkultur in Düsseldorf zu etablieren, "wieder zu etablieren", wie Han hinzufügt. Außerdem will man mit stadtKLANG ein genreübergreifendes Musikernetzwerk gründen, dass für einen besseren Austausch der Musiker untereinander sorgt.
Han selber ist viel rumgekommen. Er lebte schon in Seol, Berlin, Marburg, Köln - und überall gab es eine recht lebendige Musikerszene, nur in Düsseldorf nicht. Die Frage nach dem "Warum ?" konnte sich nicht beantworten. "Es gibt keinen triftigen Grund dafür. Man muss einfach nur aktiv werden." In Düsseldorf gebe es viele Musikbegeisterte, die auch gerne auftreten würden, bislang standen da jedoch eine mangelnde Anzahl an Locations und die unorganisierten Strukturen unter den Musikern im Weg. "Aber das wollen wir ändern, und zwar nachhaltig", so Han.
Die Musik kommt zu den Leuten - nicht andersrum
stadtKLANG unterscheidet sich von vergleichbaren Initiativen, da die Musik bewusst mitten in die Stadtgebiete kommt, also quasi "vor die eigene Haustüre". Das besondere dabei ist die Atmosphäre: Die ist musikalisch sehr intim, da aus Lautstaärkegründen nur unplugged, also nur auf akkustischen Instrumenten gespielt wird. So bekommen die Veranstalter ihre Konzerte und die Interessen der Anwohner unter einen Hut. Weitere Besonderheiten: Alle Konzerte sind kostenlos, die Musikrichtung ist genreübergreifend und es treten nur Nachwuchskünstler auf. Zudem veranstaltet stadtKLANG die Konzerte in erster Linie in Szenelokalen. "Meistens ergänzen sich die Atmosphäre des Lokals und der Musik super, in der Altstadt wäre es dafür leider zu voll und zu laut", sagt Han. Die Gastronomen sind laut Han auch sehr angetan, da die Konzerte bewusst an schwächeren Tagen wie montags oder dienstags stattfinden. "Und bisher war es auch immer voll bis sehr voll, da sind natürlich die Gastronomen genauso happy wie ich."
Bands: Aus und für die Region
Auf die Frage nach dem Zielpublikum, entgegnet Han: "Das ist so unterschiedlich wie die Musikrichtungen." Es ließe sich aber beobachten, dass die Menschen sich durch die musikalisch zwar intime, aber insgesamt sehr lockere Atmosphäre kennenlernen. "Ich glaube, man kann sagen: Die Musik sprengt da schon ein bisschen Grenzen."
Alle Musiker, die sich bei stadtKLANG bewerben wollen, sind herzlich wilkommen, jedoch müssen drei wesentliche Kriterien erfüllt sein: Die Musik muss genreübergreifend, akkustisch gespielt werden, es sollte atmosphärisch passen und die Musiker sollten aus der Region Düsseldorf kommen. Eine der Musiker, die mit stadtKLANG schon aufgetreten ist, ist Magdalena Wolk. Die 19-jährige freut sich über die Möglichkeit, verschiedene Leute auf die Musik aufmerksam zu machen, die sie sonst nicht erreichen würde. Auch sie war von den Konzerten bisher sehr beeindruckt, alles sei sehr nah, die Musik könne super auf das Publikum einwirken. "Außerdem bekommt man Zeit auf der Bühne. Ich kann den Abend so gestalten wie ich will und spiele nicht bloß einen oder zwei Songs."
Traum: Kostenloses Festival auf den Rheinwiesen
Für die nahe Zukunft wünscht sich Han, dass es mit sechs bis acht Konzerten im Monat seit November genauso weiter geht, wie bisher. Dadurch erhofft er sich, dass man über Livemusikspricht, sie gezielt sucht und hingeht. "Mein großer Traum wäre ein kostenloses Festival auf den Rheinwiesen", sagt Han augenzwinkernd.
Die Initative sucht noch nach Sponsoren. Dabei sei, die idelle Verbreitung der Musik als Kultur an sich genauso wünschenswert wie finanzielle Unterstützung.
Wer auf den Geschmack gekommen ist, der sollte unseren Veranstaltungskalender im Auge behalten, denn da weisen wir regelmäßig auf die Konzerte hin.










