Mamma Mia Marschal
Die Weltmeisterschafts-Edition
Tanja Marschal macht den Restaurant-Check und testet Restaurants auf Herz und Nieren. Rund um die Fußball-Weltmeisterschaft besucht sie dabei internationale Restaurants, deren Landsleute in Südafrika direkter Konkurrenz zu unserer National-Elf stehen werden.
Classic Western Steakhouse - Ein Fleisch-Erlebnis der besonderen Art
Die Fußball-WM-Restaurants habe ich ja alle geschafft - jetzt geht es also normal weiter mit den Restaurant-Tests. Diesesmal war ich im Classic Western Steakhouse auf der Tussmannstraße. Es war super und auch super teuer. Aber das Restaurant ist etwas ganz Besonderes! Es gibt Steaks in allen Variationen: Filet, T-Bone, Rib Eye, Rumpsteak und wie sie alle heißen. Und die Fleisch-Qualität ist der absolute Hammer. Und weil das so ist, ist es halt auch teuer. Aber ganz ehrlich: Lieber mal richtig genießen als fünf Euro zu sparen und da so ein abgepacktes Supermarktfleisch auf dem Teller zu haben. Der Clou: Die kommen mit allem, was sie an Fleisch haben, zu Dir an den Tisch und du kannst dir das erst mal angucken.
 Gewählt habe ich dann das Apachi-Filet. Also Rinderfilet im Hot Spicy Gewürzmantel. Der Kollege Philipp Klees hatte eins im Kräutermantel. Dazu kann man sich dann Beilagen aussuchen: Edelpilze, Kartoffeln, Blattspinat und ganz viele verschiedene Saucen. Und das war wirklich ganz groß. Das Fleisch, auf den Punkt gebraten, butterzart. Hat einfach nur zum Reinlegen geschmeckt. Das kam noch brutzelnd und zischend an den Tisch. Die Saucen dazu waren toll. Selten so ein gutes Stück Rind gegessen.
Auf jeden Fall würde ich das Restaurant empfehlen, wenn es mal etwas besonderes sein soll. Weltbestes Fleisch, super Service. Immer da, immer aufmerksam, ohne penetrant zu sein. Die haben 350 Weine auf der Karte, tolle Whiskeys. Das Restaurant schön im Western-Stil, ohne kitschig zu sein. Gedimmtes Licht, aber nicht zu dunkel. Und wenn man Stammgast ist, hat man sogar sein ganz persönliches Messer, das poliert im Kasten an der Wand hängt. Ein sagenhaftes Fleisch-Erlebnis also diesmal.
30. Juli 2010, Tanja Marschal
12. WM-Restaurant: Brasilianische Lebensfreude am Spieß oder: Geiler Eiweißschock.
So, so, Weltmeister wollen sie werden. Die Brasilianer. Wenn sie nicht vorher einen Eiweißschock kriegen. Ich war im Tucan’s Rodizio-Restaurant auf der Hammer Straße. “Rodizio” heißt übersetzt “das sich Drehende” und das meint das Fleisch. Das dreht sich nämlich. Also am Spieß über der offenen Flamme. Im Klartext: Man hat hier zwar eine Speisekarte, von der man sich einzelne Gerichte aussuchen kann, aber im Prinzip ist das “All you can eat-Rodizio-Buffet” das Aushängeschild. Was bedeutet das? Man zahlt knapp 25 Euro, kann sich dann am großen Vorspeisen-Buffet bedienen (warm und kalt und so viel und so oft man will). Ist man damit durch, dann geht’s los.
1. Juli 2010, Tanja Marschal
11. WM-Restaurant: Durch ganz Südamerika an einem Abend oder: Warum die Deutschen ein Schlabberlätzchen brauchen.
Ich war jetzt mal richtig tricky. Statt mich einzeln durch fünf verschiedene Restaurants zu testen, habe ich alle Südamerikaner der WM an einem Abend vereint. Auf der Blumenthalstraße in Derendorf. Paraguay, Chile, Argentinien, Uruguay und Bolivien. Ok. Bolivien ist nicht dabei, aber die Dame, die hier für die Rezepte verantwortlich ist, kommt aus Bolivien. Donja Elvira. Und weil die in der Heimat eine Saltenjas-Bäckerei hat, heißt der Laden eben “Casa de las Saltenjas Donja Elvira”. Vielleicht sollten wir kurz klären, was Saltenjas sind.
18. Juni 2010, Tanja Marschal
10. WM-Test: Die Rache für 2006 oder: Lucas, mach es! Am besten einen Hattrick.
Man muss ein guter Verlierer sein können. Was soll’s denn. Haben uns die Italiener halt 2006 aus dem Turnier geschmissen. Sie sind verdient Weltmeister geworden. Ich bin da nicht nachtragend (sagt das Engelchen auf meiner linken Schulter). Ich werde euch so zerreißen, da könnt ihr den Laden dicht machen. Ihr braucht gar nicht so freundlich zu tun, ich mach euch eh fertig. Und euren ollen Prosecco könnt ihr euch selber hinter die Binde kippen (sagt das Teufelchen auf meiner rechten Schulter). Da steh ich also mit meinem besten Kumpel vor der Zollhof Trattoria im Medienhafen. Ich gebe zu, eine bequeme Wahl, weil ich erst um 20 Uhr aus dem Sender gekommen bin und um halb neun das Spiel beginnt. Der kürzeste Weg zu Italien gegen Paraguay. Und zum nächsten WM-Restaurant-Test.
16. Juni 2010, Tanja Marschal
9. WM-Restaurant: Fiesta, Fiesta Mexicana selbstgemacht oder: Wieso steht da jetzt mein Lieblingskellner in der Tür?
Die WM in Südafrika beginnt mit dem Eröffnungsspiel der Gastgeber gegen Mexiko. Dann muss ich ja wohl so langsam mal ein mexikanisches Restaurant unter die Lupe nehmen. Ganz ehrlich: Ich habe das ein bisschen hinaus gezögert. Mit mexikanischem Essen habe ich bisher folgendes verbunden: Fast Food, schwer im Magen, fettig, dicke Bohnen mit Rindfleisch á la Chili con Carne in einem Wrap. Punkt. Und dann hatte ich zwei Restaurants in Düsseldorf gefunden, die original die gleiche Speisekarte haben. Mit unzähligen Gerichten. So in Richtung “Systemgastronomie”. Hatte ich überhaupt keine Lust drauf. Wie es das Schicksal also so will, fahre ich auf dem Weg nach Hause mit dem Rad über die Bilker Allee und entdecke schräg gegenüber von Manes altem “Haus der Freude” das “Casita Mexicana”.
11. Juni 2010, Tanja Marschal
8. WM-Restaurant: Nicht Fisch, nicht Fleisch oder: Portugal ohne Ronaldo.
Ach… Der Kollege Arne Klüh. Der sah so ausgehungert aus. Und dann ist er bei uns auch gerade noch in der Ausbildung und hatte Frühdienst. Also habe ich ihn auf den Arm genommen und ab zum Portugiesen nach Flingern. Ich hatte schon so viel vom “Clube Portugues” auf der Erkrather Straße gehört. So viele haben geschwärmt. Na, das klingt nach einem vielversprechenden Abend. Das Wetter spielt mit, die Sonne scheint, also ab nach draußen an die schönen Holztische.
10. Juni 2010, Tanja Marschal
7. WM-Restaurant: Essen wie Gott in Frankreich oder: Sagst Du noch einmal “Merci, chérie”, dann drück ich deine Nase in die Seeschnecken.
Waren Sie schon mal mit einer Engländerin in einem französischen Restaurant? Das ist nicht zu empfehlen. Obwohl: Meine englische Freundin war eigentlich harmlos im Vergleich zu den Damen neben uns am Tisch. Wir waren in “Roberts Bistro” auf der Wupperstraße im Hafen. Da kann man nicht reservieren und das ist schlecht, weil der Laden rappelvoll ist. Wir hatten aber Glück und konnten noch einen Platz draußen ergattern. An einem Tisch, an dem schon zwei Damen saßen. Darf ich sagen “Hafen-Tussis”? Darf ich.
4. Juni 2010, Tanja Marschal
6. WM-Restaurant: Es muss nicht immer Kaviar sein oder: Der Holländer isst immer nur Pommes, ist aber auch so freundlich, die auch vorbeizubringen.
Jetzt nennen Sie mir doch mal bitte eine typische niederländische Spezialität? Ja, ich warte… Dummdidu. Ich merke schon, Ihnen fallen auch nur Pommes und Frikandel ein. Warum aber auch nicht. Ist nichts gegen einzuwenden. Zwischendurch mal ein bisschen Fast-Food, da kann ich super mit leben. Auf meiner Suche nach einem niederländischen Restaurant bin ich dann bei “Leo’s Grill” in Unterbilk hängen geblieben. Eine holländische Imbiss-Bude, die verspricht: “Eckt lekker essen in Düsseldorf”.
28. Mai 2010, Tanja Marschal
5. WM-Restaurant: Ich trink Ouzo, was trinkst du so? oder: Ein richtiger “Old School”- Grieche.
Der Kollege Dennis Lieske hat mich hierhin geschleppt. Ins Restaurant “Korfu” auf der Sophienstraße kurz vor’m Schloss Benrath. Das sei ein richtiger “Old School”-Grieche. Also nichts Feines, eben zurück zu den Wurzeln. Na dann. Sieht wirklich aus wie in den 80ern stehen geblieben. Die Einrichtung so ein bisschen Gelsenkirchener Barock. Was soll’s, soll ja auch nur schmecken. Gleich mit Handschlag begrüßt und dann bekommen wir erstmal einen Ouzo vorweg.
24. Mai 2010, Tanja Marschal
4. WM-Restaurant: Spanische Kleinigkeiten oder: Der Europameister isst runzelige Päpste.
Sie kennen sicherlich die ganzen Spanier in der Altstadt. Schneider-Wibbel-Gasse. Tisch an Tisch, dicht gedrängt. Darauf hatte ich keine Lust. Ich wollte keine Touri-Abzocke, sondern was richtig Authentisches. Und darum habe ich mir das Restaurant mit dem urspanischen Namen “El-Ömmes” ausgesucht. Das ist in Pempelfort auf der Wielandstraße. Ich gebe zu, bei dem Namen war ich skeptisch. Ich dachte, das ist bestimmt so ein Ballermann-Tourist, der meint, er müsste jetzt zuhause auch mal den Herd anschmeißen und Spanisch kochen. Ich sah mich schon vor dieser Kritik sitzen, das Restaurant völlig zerreißend. Wie man sich doch täuschen kann…
21. Mai 2010, Tanja Marschal

